Hauptsache Billig



Preisdumping wohin man schaut. Doch wie sind Jeans für 10 Euro und Computer für wenige 100 Euro möglich? Die Antwort ist in China und Bangladesh zu suchen. Hier arbeiten Menschen zehn Stunden am Tag, sieben Tage lang unter entwürdigenden Bedingungen. Die Schnäppchen werden auf Kosten eines Heers von Billigarbeitern in Schwellenländern gemacht.

Zeitungsbeilagen locken uns täglich mit unglaublichen Schleuderpreisen: Zucchini für 19 Cent das Stück, ein Damen-Jogginganzug bei KIK für 13 Euro, Badelatschen für einen Euro und leistungsstarke Laptops für unter 600 Euro bei ALDI. Ein Grund für diese Dumpingangebote ist sicher die miserable Bezahlung der Beschäftigten, bei KIK verdiente man 2010 als ungelernter Neuling zwischen 3,80 und 5 Euro die Stunde brutto. Aber das ist nicht alles.

Die Preise kommen auch dadurch zustande, dass die Produkte aus Billiglohnländern stammen. In Bangladesch, wo fast alle europäischen Verkäufer ihre Kleiderwaren nähen lassen, verdienen Arbeiterinnen und Arbeiter mancherorts nur 30 Euro im Monat, was einem Stundenlohn von 15 Cent entspricht. Auch wenn die Lebenshaltungskosten in Bangladesh sehr niedrig sind, so ist es dennoch ein Lohn, der kaum zum Überleben reicht. Verglichen mit der Wertschöpfung der hergestellten Produkte ist dieses Lohndumping sicherlich unmoralisch.

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