Der FERRERO Check



Wenn es um Nutella geht, kennen Hagen und Maya keinen Spaß. Einen Tag ohne die süße Creme aufs Brot ist unvorstellbar. Das ist der Traum eines jeden Süßwarenherstellers: Eine Markenbindung, die mit der Kindheit beginnt. Nutella gehört zu den bekanntesten Produkten des Unternehmens Ferrero.

Die Region Piemont in Norditalien ist bekannt für Weine, Trüffel und Haselnüsse. Mitten in dieser Region liegt die Stadt Alba, eine ganz normale norditalienische Kleinstadt. Doch so ganz normal ist sie nicht. Überall stehen dort Nutella-Gläser in den Läden, selbst im Feinkostladen.

In Alba wurde Nutella erfunden. Und Alba ist Stammsitz von Ferrero. Hier steht die größte Schokoladenfabrik Europas. Das Familienunternehmen gilt als extrem verschlossen und konservativ. Die Familie zeigt sich nur selten in der Öffentlichkeit. Patriarch Michele, der das Ferrero-Imperium aufgebaut hat, soll der reichste Mann Italiens sein.

Offizielle Zahlen gibt es nicht. Allein mit Nutella macht Ferrero geschätzte 199 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Das sind fast zwei Drittel vom Gesamtumsatz mit Nuss-Nougat-Cremes in Deutschland. Ein Supermarkt ohne Ferrero ist nahezu unvorstellbar! In einem Edeka-Markt finden wir Ferrero gleich an sieben Stellen.

Und was ist das Erfolgsrezept? Nehmen wir uns die Produkte vor, die Ferrero so richtig populär gemacht haben: Nutella und Mon Chéri.
Erster Check: Wie besonders ist die Rezeptur?

Glaubt man der Werbung, macht die „Piemont-Kirsche“ das Besondere an Mon Chéri aus. Also machen wir uns auf die Suche nach der „Piemont-Kirsche“. In Alba, im Piemont, gibt es Kirschen genug. Aber stecken die auch in Mon Chéri?

Wir treffen Kirschbauer Alberto Rosso. Zusammen mit seinem Bruder baut er schon in der vierten Generation Kirschen an. 700 Kirschbäume besitzt die Familie und baut Sorten an wie Vitona oder Isabella. Die sehen zwar aus wie die Kirschen aus der Werbung, sie sind es aber nicht, denn Alberto liefert nicht an Ferrero. Er kennt auch niemanden, der das macht. Und eigentlich sagt ihm der Begriff Piemont-Kirsche auch nichts.

Von Ferrero wissen wir inzwischen, dass die Piemont-Kirsche von irgendwo aus Europa kommt. Aber woher genau? Fragen wir doch einfach mal die Gewerkschaft. Dort scheint man sich mit den Lieferbeziehungen besser auszukennen. Und dort hören wir, dass ein Großteil der Kirschen aus Osteuropa kommt, vor allem aus Polen.

Ein neues Produkt, eine neue Chance: Was macht Nutella so besonders? Professor Ritter und sein Team von der Fachhochschule Münster wollen das herausfinden. In einem Geschmacksvergleich treten gegen den Marktführer Nutella (knapp zwei Euro) die folgenden zwei Produkte an: Choco Nussa von Lidl (99 Cent) und Nusskati von Aldi (99 Cent).

66 Tester, unter ihnen bekennende Nutella-Fans, treten an zur Blindverkostung. 36 von ihnen finden Nutella am besten. Professor Ritter führt das Ergebnis auf die Rezeptur zurück: „Das bedeutet, dass die Rezeptur schon einzigartig ist und dass sie besonders gemocht wird.“

Bei einem Versuch mit vertauschten Etiketten schmeckt einigen Testern die Billigcreme auf einmal doch besser. Doch die meisten Probanden fallen nicht herein. Vor allem beim Vertauschen mit Choco Nussa von Lidl gewinnt Nutella trotzdem. Von 15 Testern finden neun das echte Nutella am besten obwohl Lidl draufsteht.

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