Revolution der Reichen – Die Tea Party Bewegung



In den USA riecht es nach einer neuartigen Form von Revolution: Seit dem Sommer 2009 formiert sich dort eine rechtsliberale, populistische Protestbewegung, die „Tea-Party-Bewegung“. Ihre Anhänger greifen vor allem Obamas Pläne für ein neues Gesundheitssystem an und wollen den Einfluss der zentralen Regierung in Washington verringern.Kaum waren Obama und die Demokraten an der Macht, entstand im Sommer 2009 die Tea-Party-Bewegung und begann, gegen die Reformpläne der neuen Regierung Sturm zu laufen.

Doch entstand die Bewegung wirklich spontan in der Bevölkerung oder wurde sie von Unternehmen und Reichen finanziert und „künstlich“ angestoßen? Der australische Filmemacher Taki Oldham beschließt, den Vorwürfen nachzugehen, inkognito durch die USA zu reisen und sich als Tea-Party-Interessent auszugeben. Auf seiner vierwöchigen Reise durch sechs Bundesstaten besucht er Protestveranstaltungen der Tea-Party-Bewegung gegen die staatliche Krankenversicherung und gegen Klimaschutzmassnahmen. Dort begegnet er empörten Bürgerinnen und Bürgern, die lauthals gegen den Staat und gegen die Macht der Elite protestieren.

Doch die meisten haben kaum politische Erfahrung und wissen wenig über die Schlüsselfiguren der Bewegung und deren Interessen. Denn offenbar stammt ein Großteil des Geldes der Tea-Party-Bewegung von ein paar Superreichen: den Brüdern Charles und David Koch, die mit ihrem Ölkonzern jährlich rund 100 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaften. Ihr Ziel ist es, weniger Steuern zu zahlen und mit weniger Regulierungsmaßnahmen behelligt zu werden. An einer Tea Party würden sich die beiden medienscheuen Brüder jedoch nie blicken lassen. Nach dem Sommer 2009, als die Tea Party zum Medienphänomen wurde, verkündete David Koch aber stolz:

„Wir haben uns eine Massenbewegung von Hunderttausenden amerikanischer Bürger aus allen Schichten ausgemalt, die sich erhebt und für die wirtschaftlichen Freiheiten kämpft, die diese Nation zur reichsten in der Geschichte gemacht haben.“ Sein Wunsch hat sich erfüllt, und das Fazit von Taki Oldham nach seiner Reise durch die USA ist ernüchternd: Die Tea-Party-Anhänger sind hoch motiviert und sehr konservativ. Sie kämpfen gegen einen Ausbau des Staates und wollen inzwischen nur noch eines: Barack Obama bei den Wahlen 2012 absetzen. Da ist ihnen jedes Mittel und auch das Geld der Koch-Milliardäre recht. Dass diese das Spiel bestimmen und die Regeln vorgeben, ist dabei absolut unerheblich.

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