Der Kennedy-Mord – Mythos und Wahrheit



Das Attentat auf John F. Kennedy ist der größte ungelöste Mordfall des 20. Jahrhunderts. Noch immer ist umstritten, wer am 22. November 1963 in Dallas die tödlichen Schüsse auf den 35. Präsidenten der USA abfeuerte. War es tatsächlich der Einzeltäter Lee Harvey Oswald, wie es regierungsamtlich in den USA heißt? Oder gab es eine Verschwörung, die zum Attentat führte? – Experten und Historiker ziehen Resümee.

Die Zweifel an der offiziellen Position, die im sogenannten „Warren-Report“ zum Ausdruck kommt, sind in den letzten Jahren gewachsen. Jetzt deuten jüngst geöffnete Geheimdienst-Akten, Autopsieunterlagen und Abhörprotokolle des FBI auf einen anderen Täterkreis hin.

Das Attentat auf John F. Kennedy ist der größte ungelöste Mordfall des 20. Jahrhunderts. Noch immer ist umstritten, wer am 22. November 1963 in Dallas die tödlichen Schüsse auf den 35. Präsidenten der USA abfeuerte. War es tatsächlich der Einzeltäter Lee Harvey Oswald, wie es regierungsamtlich in den USA heißt? Oder gab es eine Verschwörung, die zum Attentat führte? – Experten und Historiker ziehen Resümee.

Die Zweifel an der offiziellen Position, die im sogenannten „Warren-Report“ zum Ausdruck kommt, sind in den letzten Jahren gewachsen. Jetzt deuten jüngst geöffnete Geheimdienst-Akten, Autopsieunterlagen und Abhörprotokolle des FBI auf einen anderen Täterkreis hin.

Die Spekulationen über Täter, Hintermänner und Motive erreichten einen Höhepunkt im Jahr 1991, als US-Regisseur Oliver Stone den Kennedy-Mord in dem Spielfilm „JFK – Tatort Dallas“ als konspiratives Werk von CIA und Pentagon darstellte. Der öffentliche Aufschrei um den Film veranlasste den US-Kongress, die Öffnung aller Unterlagen zur Ermordung John F. Kennedys zu prüfen.

Eine Untersuchungskommission machte bis Ende der 90er Jahre knapp fünf Millionen neue Dokumente publik. Doch entscheidende Akten, die zur Aufklärung des Mordes beitragen könnten, blieben unter Verschluss. Allein der Geheimdienst CIA verweigert die Freigabe von über Tausend Dokumenten zum Fall JFK. Sie sollen der Öffentlichkeit erst 2017 zugänglich gemacht werden.

Jetzt ist es einem Team von amerikanischen Experten und Historikern gelungen, Licht ins Dunkel um die Ermittlungen im Mordfall Kennedy zu bringen. Über 40 Jahre später haben sie in bislang unveröffentlichten Akten zahlreiche Versäumnisse, Vertuschungsaktionen und Manipulationen bei den Ermittlungen enthüllt.

Jefferson Morley, Redakteur der „Washington Post“ entdeckte in CIA-Unterlagen Beweise, dass der mächtige Geheimdienst Lee Harvey Oswald zuvor mehrfach observiert hatte: „Der Kennedy-Mord war eine Anhäufung von Geheimdienstpannen und dem Unvermögen der CIA, einen Mann zu identifizieren, der eine Bedrohung für den Präsidenten darstellte.“ Oswald konnte ungehindert mit einem Gewehr ins Schulbuchgebäude von Dallas gelangen und vom 6. Stockwerk auf den Präsidenten schießen. Aber war er wirklich der alleinige Schütze?

Bei der Autopsie des toten Präsidenten in einem Marine-Hospital bei Washington sei an Protokollen, Röntgenbildern und sogar an der Leiche des Präsidenten selbst manipuliert worden, um Hinweise auf einen zweiten Schützen am Tatort zu verschleiern. Dies sagt Douglas Horne, Mitglied der Untersuchungskommission von 1992 bis 1998, der vor der Kamera noch einmal die entscheidenden Momente der Autopsie analysiert, auf Fälschungen hinweist und zu dem Schluss kommt, dass die Wunden am Körper durch mindestens zwei Schützen entstanden sein müssen.

Zum selben Ergebnis kommt eine Einzelbild-Analyse des Amateurfilms von Abraham Zapruder aus Dallas, der als einziger den tödlichen Schuss auf John F. Kennedy gefilmt hat. Dieses entscheidende Filmdokument wurde für das ZDF erstmals in einer hochauflösenden Version vollständig restauriert. Laut Prof. David Wrone, Historiker von der Universität Wisconsin, zeigt der Zapruder-Film eindeutig, „dass Kennedy von mindestens zwei Schützen ins Kreuzfeuer genommen wurde.“

Wer aber waren die Hintermänner und welche Absichten hatten sie? Die amerikanische Mafia hatte gleich mehrere Motive, Kennedy aus dem Weg zu räumen. Nach Ansicht der Paten hatte es John F. Kennedy nur ihrer Unterstützung zu verdanken, dass er die Präsidentschaftswahl gewonnen hatte. Trotzdem wurde unter Kennedys Präsidentschaft das organisierte Verbrechen verfolgt wie nie zuvor. Die Zahl der Verurteilungen gegen Mafiosi verdreifachten sich; ein Mafia-Boss wurde gar nach Guatemala deportiert.

John F. Kennedys Bruder Robert war als Justizminister die treibende Kraft bei dieser Verhaftungswelle – und brachte die Mafia gegen den US-Präsidenten auf. Der amerikanische Kennedy-Experte Lamar Waldron, der seit 20 Jahren an der Aufklärung des Falles arbeitet, präsentiert bislang unbekannte Dokumente, die darauf hindeuten: Nicht der kubanische Geheimdienst oder andere Verdächtige hätten Kennedy umgebracht, sondern die amerikanische Mafia. „Drei Mafia-Bosse haben zusammengearbeitet, den Präsidenten zu töten“, sagt Waldron. „Das wissen wir aus Abhörprotokollen des FBI, in denen offen von einem Attentat auf den Präsidenten gesprochen wird.“

Der Film gibt neue Antworten auf Fragen nach den möglichen Tätern, Hintermännern und den Motiven für den Mord an John F. Kennedy. Die Erkenntnisse der Experten werden durch Aussagen aus dem persönlichen Umfeld gestützt, etwa von Gore Vidal, Bestsellerautor und Stiefvater von Jackie Kennedy.

Aufwändige Computerarnimationen rekonstruieren auf der Basis aller heute verfügbaren Fakten den möglichen Tathergang. Die Experten und Historiker, die im Film zu Wort kommen, ziehen ihr Resümee: Kennedy starb in einem Kreuzfeuer, wurde Opfer einer Verschwörung, in der die Mafia die Schlüsselrolle spielte.

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