Ich war 50 Schafe wert – Mädchenhandel in Afghanistan



Sabere ist heute 16 Jahre alt. Sie hat es geschafft, ihrem gewalttätigen Ehemann zu entkommen und in ein Frauenhaus zu flüchten. Doch sie bezahlt dafür einen hohen Preis: ein Leben in ständiger Angst. Denn wenn die Familie des Ehemanns sie findet, bedeutet das für sie den sicheren Tod. Ein Mädchen wird in Afghanistan als Eigentum des Mannes angesehen. Sollte ihr Mann sie finden, so befürchtet Sabere, wird er sie umbringen – genau wie seine beiden früheren Ehefrauen.

Doch zur Angst um ihr Leben kommt die Angst um ihre Halbschwester. Die elfjährige Farzaneh ist ebenfalls bereits einem Mann versprochen worden. Zwar versucht der Vater, die Übergabe an den neuen Besitzer herauszuzögern, doch der künftige Gatte von Farzaneh versteht keinen Spass, wenn es um eine Eheschliessung geht. Und so ist klar: Sobald Farzanehs Vater die 50 Schafe für seine Tochter erhalten hat, wird ihr neuer Besitzer und Ehemann sie mitnehmen.

Filmemacher Nima Sarvestani gibt einen einzigartigen Einblick in die geschlossene Welt dieser gefangenen afghanischen Frauen, die nicht mehr sind als das Eigentum der Männer und jederzeit zu jedem Preis verkauft werden können. „Ein Mädchen ist in Afghanistan weniger wert als ein Tier“, sagt Sabere.

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