Schlafwandler



Die Dokumentation beleuchtet an einigen Beispielen das Leben von Schlafwandlern und zeigt, wie durch Schlafwandeln Beziehungen zerrüttet und Leben zerstört werden. Mit Hilfe von Infrarot-Nachtsichtkameras zeigt die Dokumentation das merkwürdige und mitunter gewalttätige Verhalten von Schlafwandlern und begleitet ihren Leidensweg von der Diagnose bis zur Therapie. Da ist zum Beispiel Rebecca Mackover aus Silicon Valley in Kalifornien. Tagsüber lebt sie eine harmonische Beziehung mit ihrem Partner.

Nachts wird ihr Verhalten jedoch derart grotesk, dass ihr Freund glaubt, sie sei besessen. Er droht Rebecca zu verlassen, wenn sie sich nicht in Behandlung begibt. Auch Gabi Stockli aus Zürich in der Schweiz kämpft mit einem Problem. Ihr Mann Erwin sowie ihre achtjährige Tochter Melissa sind Schlafwandler, möglicherweise auch ihre zweite Tochter, die vierjährige Katinka. Besonders beängstigend ist jene seltene Störung, bei der Schlafwandler aufgrund einer organischen Fehlfunktion des Gehirns aus einem Traum heraus handeln.

Bei fast allen Menschen befindet sich der Körper während der Traumphase im Zustand der Lähmung, und das Gehirn simuliert die geträumten Bewegungen. Bei einer von 200 Personen ist der Zustand der Paralyse außer Kraft gesetzt, und sie handeln buchstäblich aus ihrem Traum heraus. So leidet der Kanadier Leonard Courchesne unter der seltenen Störung Rapid Eye Movement Sleep Behavior Disorder (RBD). Während er träumt, wirft Leonard mit Kissen um sich, fällt aus dem Bett und schlägt seine Frau. Leonard begab sich in ärztliche Behandlung, um Schlimmeres zu verhüten. Für manche Schlafwandler kommt jedoch jede Hilfe zu spät. Am 1. Oktober 2001 tötete der Amerikaner Stephen Reitz seine Geliebte Eva Weinfurtner.

Er konnte sich lediglich an einen Traum erinnern, in dem er mit einem Eindringling kämpfte. Als er aufwachte, fand er die mit Verletzungsspuren übersäte Leiche Evas auf dem Boden. Reitz behauptete, die Tötung habe aus dem Schlafwandeln heraus stattgefunden. Die Anklage lautete jedoch auf vorsätzlichen Mord. Die Verteidigung sammelte Indizien, um zu beweisen, dass Reitz tatsächlich ein Schlafwandler war. Doch das genügte nicht. Sie musste nachweisen, dass er sich zum Zeitpunkt des Mordes im Zustand des Schlafwandelns befand. Es folgte ein zwei Jahre langer Musterprozess, in dem das Schlafwandeln selbst vor Gericht stand.

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