Zeitbombe Atommüll



Nach dem deutschen Atomgesetz darf kein Kernkraftwerk ohne Entsorgungsnachweis betrieben werden. Ein Export deutschen Atommülls ist nicht erlaubt. Immer wieder weisen Atomkraftgegner deshalb darauf hin, dass die derzeitige Entsorgung des Atommülls nicht den Anforderungen des Atomgesetzes entspricht, welches eine schadlose Verwertung oder geordnete Beseitigung radioaktiver Abfälle fordert.

Die gängigen Praktiken erfüllen diese Anforderungen nicht. Ein Großteil der Brennstäbe wurde bis 2005 zur Wiederaufbereitung ins Ausland, nach Großbritannien oder Frankreich, geschickt. Der bei der Wiederaufbereitung anfallende Müll muss zurückgenommen und in Zwischenlager transportiert werden. Seit Mitte 2005 sind Transporte zur Wiederaufbereitung gesetzlich verboten, Rücktransporte von aufbereitetem Atommüll gibt es jedoch nach wie vor. Umzäunte Gebäude des Zwischenlagers Gorleben.

Heute bleibt also nur die Aufbewahrung der Brennstäbe in Zwischenlagern, bis der radioaktive Abfall irgendwann in ein Endlager transportiert werden kann. Die Zwischenlager sind riesige überirdische Hallen; sie befinden sich zum Großteil direkt auf dem Gelände der Kernkraftwerke. Außerdem gibt es abseits von Kernkraftwerksstandorten drei zentrale Zwischenlager in Ahaus, Greifswald und Gorleben. Die Zwischenlager haben eine Betriebserlaubnis für 40 Jahre, da die Bundesregierung davon ausgeht, dass bis 2030 ein betriebsbereites Endlager verfügbar sein wird.

Ursprünglich ging die Nutzung der Kernenergie von einer Wiederaufbereitung der Kernbrennstoffe aus, dem sogenannten Brennstoffkreislauf. Die Wiederaufbereitung hat sich jedoch nur als Verschiebung des Atommüll-Problems herausgestellt. Nur ein Teil des Materials kann in neu hergestellten Brennelementen wieder verwertet werden, als Rest bleibt atomarer Müll, der vom Volumen her noch größer als die ursprünglichen Brennelemente ist und von Deutschland wieder zurückgenommen werden muss.

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