Als Arbeiterjungs Profifußballer wurden – Teil 2

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Die Trainingsgepflogenheiten der Frühphase der Bundesliga belegen eindrucksvoll, welcher Zeitgeist Anfang der sechziger Jahre im deutschen Fußball vorherrschte.

Die Trainer waren oft ehemalige Weltkriegssoldaten, und sie verlegten viele Erfahrungen von Kampf und Härte einfach auf den Rasen. Die Spieler waren aus ihrer Kindheit autoritäre Töne gewöhnt, also befolgten sie selbst so unsinnige Regeln wie die „Wasserdiät“, die ihnen verbot, während des Trainings zu trinken. Aber die „Jungs“, wie die Spieler nicht nur vom Trainer genannt wurden, fanden als „elf Freunde“ eben auch Mittel und Wege, sich über die meisten Verbote hinwegzusetzen.

Ansonsten war man nicht zimperlich, biss bei Verletzungen zunächst mal die Zähne zusammen, und kämpfte und arbeitete auf dem Rasen bis zur völligen Erschöpfung. Das brachte den Spielern Zuspruch von den Zuschauern, von denen die meisten auch hart arbeiten mussten. Eleganz und Spielwitz setzten sich nur vorsichtig durch – aber gegen Ende der sechziger Jahre machte sich langsam auf dem Rasen wie am Spielfeldrand der Geist der neuen Zeit bemerkbar.

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