Als Arbeiterjungs Profifußballer wurden – Teil 1



Es begann eher halbherzig, Spieler, vor allem die vielen jungen Männer aus dem Arbeitermilieu, die den Hauptteil der Mannschaften an Rhein und Ruhr ausmachten, sollten nicht zu viel verdienen. Sie sollten auf jeden Fall neben dem Fußball noch arbeiten und insgesamt kleine Brötchen backen. Das war die feste Ansicht der Funktionäre und Vereinsbosse. Für viele Spieler wurde der Fußball dann trotzdem die große Chance auf einen Aufstieg und der Einstieg in ein großes Abenteuer. Obwohl die Trikots zum Teil noch von Oma selbst gestrickt waren und überhaupt an vielen Stellen improvisiert werden musste, setzte sich eins schnell durch: Der Samstag wurde zum verlässlichen Feiertag, an dem Väter und Söhne in die Fußballstadien gingen, um mit ihren Helden zu feiern und zu leiden.

Heute kann man sich das Fußballfieber aus den Stadien an Rhein und Ruhr kaum noch wegdenken und die Spiele der Bundesliga sind fester Bestandteil der Freizeit von Millionen. Doch das ist noch gar nicht lange so, denn so merkwürdig es heute erscheint, Anfang der 60er-Jahre gab es in der Bundesrepublik heftigen Widerstand gegen die Gründung einer Profi-Liga: Die Idee, einen Menschen dafür zu bezahlen, dass er vor den Ball tritt, erschien den Funktionären als Verrat am „reinen“ Sport, beinahe als Untergang des Abendlandes. Die Dokumentation von Werner Kubny und Per Schnell erinnert an die (heile?) Fußballwelt in den 60er-Jahren. Spieler und Fans von damals erzählen von den Anfängen des bezahlten Fußballs an Rhein und Ruhr, erinnern sich an kuriose und skurrile Situationen, an große Erfolge und noch größere Gefühle.

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