Zarendämmerung – Risse im System Putin

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Manchmal muss die 24-jährige Olga Kuratschowa sich noch kneifen: Bei eisigen minus zehn Grad stapft sie durchs Moskauer Zentrum und klebt Flugblätter in Hauseingänge. „Kommt alle zur Demo“ – steht auf den Zetteln, gemeint ist die nächste Großdemo gegen den bislang unbesiegbaren Herrn des Kreml – Wladimir Putin.

„Ich kann das selbst kaum fassen, dass ich das mache“, erzählt Olga, die als Kulturmanagerin arbeitet, „aber Putins und Medwedjews Ämtertausch und dann noch die gefälschte Parlamentswahl, das war einfach zu viel! Und die Leute sind nicht mehr zu stoppen, der Protest wird weitergehen!“Russland ohne Putin?

„Russland ohne Putin!“ – skandiert sie mit 100.000 anderen Moskauern ein paar Stunden später. Russland ohne Putin? Was vor wenigen Monaten noch unvorstellbar schien, wird jetzt kurz vor der Präsidentschaftswahl am 4. März überall in Moskau diskutiert.Eine junge gut ausgebildete Protestgeneration hat sich aufgemacht. Sie wollen mehr als Stabilität und bescheidenen Wohlstand. Sie wollen endlich wieder mitreden statt bei Wahlen betrogen zu werden. Putins Zustimmung ist inzwischen um 20 Prozentpunkte auf knapp 40 Prozent gefallen, der Wiedereinzug in den Kreml wird „Russlands Alpha -Rüden“ nicht mehr so mühelos gelingen wie gedacht.

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