Hunger, Zorn und leere Teller

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Gustav Trampitsch zeigt in seinem Film Mangelzustände und Hungerkatastrophen, die durch falschen Umgang mit im Grunde überaus fruchtbaren Pflanzen ausgelöst wurden. Monokulturen, aus Unvernunft und Profitgier betrieben, brachten und bringen Hunger. Ganze Regionen wurden und werden dadurch in eine fatale wirtschaftliche Abhängigkeit und weiter ins Elend gestürzt. Ein schreckliches Beispiel dafür ereignete sich Irland.

Die Insel war um die Mitte des 19. Jahrhunderts Schauplatz einer der größten Hungerkatastrophen der modernen Wirtschaftsgeschichte. Bei der „Great Irish Famine“ verhungerte rund eine Million Menschen und etwa noch einmal so viele mussten ihre Heimat verlassen, um überleben zu können. Der irische Wirtschaftshistoriker Cormac Ó Gráda dazu im Interview: Durch den Hunger kam es zu einer Massenemigration. Was heute normaler Weise nicht der Fall ist.

Wenn in Afrika eine Region vom Hunger bedroht ist, so ist es den Opfern dort nicht einfach möglich, wo anders hin zu gehen. Ich meine, den Menschen ist es nicht einfach erlaubt nach Europa oder Nordamerika auszuwandern. Es klingt pervers, aber in gewisser Weise waren die Iren damals gut dran, weil sie nach Großbritannien und die USA auswandern konnten. Die andere Seite dieser Auswanderungswelle ist, dass die Neuankömmlinge in England, den USA und in den kanadischen Häfen eine ganze Reihe von Krankheiten mitbrachten. Das wiederum löste eine starke Antipathie gegenüber den Iren in diesen Ländern aus.

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