Richard von Weizsäcker – Für immer Präsident



Man glaubt, ihn zu kennen: Als Verteidiger des Vaters bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen, als Kirchentagspräsident, als Regierenden Bürgermeister von Berlin und schließlich als Bundespräsident, der sich in die Politik einmischt.Seine inneren Regungen aber hat Richard von Weizsäcker bislang vor öffentlichen Blicken abgeschirmt. Wie hat der jüngste Spross einer angesehenen Adelsfamilie seinen Platz neben dem übermächtigen älteren Bruder Carl-Friedrich erkämpft? Wie den Verlust des Lieblingsbruders Heinrich verkraftet, der im Krieg fast neben ihm fiel. Was brachte ihn dazu, sich dem Kreis der Hitler-Attentäter anzuschließen?

Wie hat ihn die Rolle des Vaters im Dritten Reich und das Eingeständnis seines Scheiterns geprägt? Wie ist das einst gute Verhältnis zu seinem „politischen Entdecker“ Helmut Kohl in die Brüche gegangen? Was treibt ihn an, noch heute unermüdlich um die Welt zu reisen? Wie war Richard von Weizsäcker als Familienmensch, als Vater? Eine Biografie nicht ohne Widerspüche: Bürgernah und doch standesbewusst? Nazi-Gegner und Verteidiger des Vaters? Parteienkritiker und Profiteur des Parteiensystems?

Sandra Maischberger ging diesen Fragen nach und begleitete Richard von Weizsäcker zwei Jahre lang an Orte, die ihm von Bedeutung waren: nach Stuttgart, Geburtsort und Sitz der Familie, nach Polen und Russland, wo er im Zweiten Weltkrieg kämpfte, nach Japan, wo er wegen seiner Rede zum 8. Mai 1985 hoch verehrt wird, aber auch in den Winterurlaub nach Bayrischzell und in das Privathaus nach Berlin-Dahlem. Ehefrau Marianne und die Kinder Fritz und Beatrice geben seltene Einblicke in das Familienleben. Politische Wegbegleiter wie Helmut Schmidt, Henry Kissinger und Vaclav Havel kommen zu Wort, es gibt Begegnungen mit Michail Gorbatschow und Berthold Beitz. Aktuelle Aufnahmen werden ergänzt durch Filmausschnitte und Archivbilder.

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