Der Größte – Die Geschichte des Muhammad Ali



Der Sport lässt sich kaum von der Politik trennen. Das galt zur Zeit des Naziregimes, das Sportgrößen für seine Zwecke instrumentalisierte. Das gilt aber auch im Positiven. Muhammad Ali etwa nutzte seine Popularität, um sich als Vorkämpfer gegen die Rassentrennung einzusetzen. Der Themenabend „Ring frei!“ beleuchtet zunächst den legendären Kampf aus dem Jahre 1936: Max Schmeling forderte den – damals als unschlagbar geltenden – Joe Louis heraus. Im bis auf den letzten Platz ausverkauften Yankee Stadium ging es damals um wesentlich mehr als nur um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht.

Zwei Ideologien standen sich gegenüber, verkörpert durch den Hünen aus Nazideutschland, auf der anderen Seite durch einen Schwarzen aus dem demokratischen, aber immer noch rassistischen Amerika. Arno Hellmis kommentierte damals aus den USA für den deutschen Rundfunk. Der Sprecher übernahm den Nazijargon, um Joe Louis – für ihn nur „der Neger“ – zu degradieren. In der zwölften Runde schlug Schmeling Louis k.o. Ein Triumph für den Boxer, den die Nazis ausschlachteten. Unter dem Titel „Max Schmelings Sieg – Ein deutscher Sieg“ brachten die Machthaber das Sportereignis in die Kinos. Für einige US-Medien galt Schmeling daraufhin nur noch als „nazi warrior“. Dementsprechend groß war der Jubel, als Louis den Deutschen zwei Jahre später in der ersten Runde ausknockte.

Fast ein Vierteljahrhundert später, im Jahr 1960, zog ein junger Boxer namens Cassius Clay nach Miami. Clay wollte Schwergewichtsweltmeister werden, doch er wurde mehr als nur das: eine Legende. Sein Einsatz gegen die Unterdrückung der afroamerikanischen Minderheit war so durchschlagend wie sein Punch. Er legte seinen „Sklavennamen“ ab und nannte sich Muhammad Ali.

In der Dokumentation „Der Größte – Die Geschichte des Muhammad Ali“ aus dem Jahr 2008 schildert der Boxer seinen Werdegang. Das Porträt punktet mit kaum gezeigtem Filmmaterial und Interviews mit zahlreichen seiner engsten Vertrauten wie seinem Trainer Angelo Dundee. Bestsellerautor Thomas Hauser, Pulitzerpreis-Gewinner David Remnick und Manning Marable, Historiker an der Columbia University, kommentieren das außergewöhnliche Leben des Boxidols.

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