Ketchup – Heiss geliebt und kalt gegessen



Koe-chiap oder Ketsiap war ursprünglich eine ostasiatische Würzsoße, die aus vergorenem Fisch und allerlei Gewürzen gemacht wurde, aber nicht aus Tomaten. Die Händler des Britischen Empires brachten die scharfe Tunke im 18. Jahrhundert nach England. Hier wurde sie begeistert aufgenommen. „Catsup“, wie die Soße inzwischen genannt wurde, verlieh der faden englischen Küche die nötige Würze. Britische Auswanderer waren es schließlich auch, die Ketchup nach Amerika brachten.

Findige Hausfrauen kamen dort auf die Idee, übrig gebliebene Tomaten in die Würzsoße zu geben – damit schlug die Geburtsstunde des Tomatenketchups und eine weltweite Erfolgsgeschichte begann.
Ein Amerikaner wurde mit seinem Ketchuprezept besonders reich: Heinrich Johannes Heinz, Sohn deutscher Einwanderer aus Kallstadt in der Pfalz. Durch cleveres Marketing und rüde Geschäftsmethoden schaffte er es, die H. J. Heinz Company zum Ketchup-Imperium zu machen. Die Soße spült pro Jahr eine Milliarde Dollar in die Kassen des Giganten. Doch Ketchup ist mehr als ein Nahrungsmittel, es avancierte sogar zu einem Politikum. 1981 wollte US-Präsident Ronald Reagan Ketchup zum Gemüse erklären.

Er plante, die Kosten der staatlich finanzierten Schulspeisungen zu senken, indem er frisches Gemüse durch die Masse aus der Flasche ersetzte. Der Vorschlag wurde abgeschmettert. Und 2004 erfanden Wahlkampfhelfer von George W. Bush das „W Ketchup“, das der Marke Heinz Paroli bieten sollte, denn die Ehegattin des Herausforderers John Kerry war eine Heinz-Erbin. Bush wollte verhindern, dass der Wahlkampf des Konkurrenten mit Ketchup „geschmiert“ würde.

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