Schuften und doch kein Geld

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Schon seit zehn Jahren arbeitet Melanie Specht für die gleiche Friseur-Kette. Vom Azubi bis zur Leiterin einer Filiale in Berlin hat sie sich hochgearbeitet. In wenigen Monaten hat sie ihre Meisterprüfung. Obwohl sie für mehrere Gesellen und Azubis verantwortlich ist und einen ordentlichen Umsatz im Salon erwirtschaften muss, verdient sie gerade mal 5,50 die Stunde. Wegen des geringen Verdienstes muss die 27-Jährige regelmäßig zum Arbeitsamt, um dort ihren Lohn aufstocken zu lassen.

„Es ist schon etwas bitter“, meint sie, „wenn man trotz Vollzeitarbeit beim Jobcenter noch die Hand aufhalten muss.- Sie hat gelernt, bescheiden zu leben, den Verzicht auf Urlaub und Disco zu akzeptieren. Mulmig wird es ihr nur, wenn sie daran denkt, vielleicht auch mal Mutter werden zu wollen. Mit dem jetzigen Verdienst geht das nicht, sagt sie, „ich möchte meinem Kind ja auch etwas bieten“. Ihr Traum ist es, sich mal selbstständig zu machen, vielleicht wird dann alles besser.

2,5 Millionen Menschen sind arm trotz Arbeit. Früher waren Menschen, die zu Niedriglöhnen arbeiteten, meist gering oder gar nicht qualifiziert, doch das hat sich geändert. Dreiviertel der im Niedriglohnsektor Arbeitenden haben eine Berufsausbildung, manche sogar einen Hochschulabschluss. 22 Prozent der Berufstätigen in Deutschland arbeiten inzwischen für Niedriglöhne, fast so viele wie in den USA.

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