Goodbye DDR – Erich und die Mauer

DIESE DOKU IST ZUR ZEIT NICHT VERFÜGBAR


Es war Erich Honecker, der 1961 den Bau der Mauer organisierte. „Wir trauten unseren Augen nicht“, erzählt Doris Mohnstein, „da erschienen plötzlich Maurerbrigaden und Grenztruppen und zogen die Mauer hoch“. Von diesem Tag an war Doris Mohnstein von ihrer Schwester und ihrer Mutter getrennt. Erst acht Jahre später kam es zu einem Wiedersehen: für 10 Minuten aus der Entfernung.

Die Mauer war Erich Honeckers „Gesellenstück“. 1.400 km lang. Jeder Kilometer Todesstreifen kostete die ewig kränkelnde DDR-Wirtschaft mindestens eine Million DDR-Mark. Zeit seines Lebens verteidigte Honecker die Mauer allen Ernstes als „antifaschistischen Schutzwall“. Dabei war sie die Begrenzung eines Zwangsstaates DDR, den zu verlassen tödlich enden konnte.

An Weihnachten 1983 versuchte der Berliner Silvio Proksch die Flucht und wurde von Grenzern erschossen. Erst nach der Wende erfuhr seine Familie, dass Silvio Proksch an der Mauer verblutet war. Er war eines von etwa 1.000 Todesopfern an der Mauer.

Doch alle Mauern und Beschränkungen konnten nicht verhindern, dass die DDR auf Dauer zu Grunde gehen musste. Ohne Milliardenkredite aus der Bundesrepublik war sie in den 80er Jahren nicht mehr lebensfähig. Da die Schuldentilgung einen Großteil des Staatshaushalts auffraß, konnte kaum noch investiert werden. Die Städte verfielen, die Umwelt war zunehmend ruiniert.

Der Berliner Siegbert Schefke dokumentierte den Niedergang mit seiner Videokamera und schmuggelte die Bilder über Kuriere in den Westen. Mit ungeahnten Konsequenzen. Als „Staatsfeind“ wurde ihm die Ausreise nahe gelegt. Hunderttausende wollten in diesen Jahren nichts lieber als das Land verlassen und suchten nach Schlupflöchern im Eisernen Vorhang. Nicht so Siegbert Schefke. Er weigerte sich zu gehen, dokumentierte mit seiner Kamera die Leipziger Montagsdemonstrationen und hielt so die friedliche Revolution der DDR-Bürger im Bild fest.

Erich Honecker wollte bis zuletzt nicht sehen, dass seine Zeit abgelaufen war. Die Mauer hat seine Amtzeit nur kurz überdauert. Nach seinem Sturz am 18. Oktober dauerte es nur noch drei Wochen, bis seine Nachfolger sich dem Druck von unten beugen mussten und die Grenzen öffnete.

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